Hochzeit

Hochzeit planen: Der Zeitplan von der Verlobung bis zum Fest

· von Seraina Gisler

Die Verlobung ist gefeiert, die Freude ist gross, und dann kommt die Frage: Wo fangen wir an? Eine Hochzeit besteht aus Dutzenden Entscheidungen, von der Gästeliste bis zur Tischdeko. Wer sie in eine sinnvolle Reihenfolge bringt, behält den Überblick und vermeidet Stress in den letzten Wochen. Dieser Zeitplan ist eine Orientierung für eine Hochzeit mit Fest, bei der Sie etwa ein Jahr Vorlauf haben. Wer kürzer plant, fasst einfach mehrere Schritte zusammen.

Zwölf bis zehn Monate vorher: die Grundlagen

Am Anfang stehen drei grosse Fragen, die alles andere bestimmen: Wie viel wollen wir ausgeben? Wie viele Menschen wollen wir einladen? Und welche Art von Fest wünschen wir uns? Eine kleine Feier im Familienkreis braucht eine ganz andere Planung als ein Fest mit hundertfünfzig Gästen.

  • Budget festlegen: Schreiben Sie auf, wer was beisteuert, und setzen Sie eine Obergrenze. Planen Sie eine Reserve für Unvorhergesehenes ein.
  • Gästeliste entwerfen: Eine erste grobe Liste hilft bei der Wahl der Location.
  • Datum und Jahreszeit wählen: Samstage im Sommer sind besonders gefragt. Ein Freitag oder ein Datum im Frühling oder Herbst kann mehr Auswahl bieten.
  • Location suchen und reservieren: Die Location ist oft der Engpass, deshalb sollte sie früh feststehen.

Zivilstandsamt und Formalitäten

In der Schweiz ist nur die zivile Trauung rechtlich gültig. Vor der Trauung führt das Zivilstandsamt ein Vorbereitungsverfahren durch, für das Sie verschiedene Dokumente einreichen müssen. Welche Unterlagen nötig sind und welche Fristen gelten, hängt von Ihrer Situation ab, etwa von der Staatsangehörigkeit. Die offizielle Übersicht finden Sie auf dem Behördenportal ch.ch zum Thema Heiraten. Nehmen Sie früh Kontakt mit dem Zivilstandsamt auf, damit genug Zeit für die Beschaffung von Dokumenten bleibt.

Wenn Sie zusätzlich kirchlich oder frei heiraten möchten, sollten Sie auch Pfarrperson oder Traurednerin früh anfragen.

Neun bis sechs Monate vorher: die Dienstleister

Sobald Datum und Location stehen, geht es an die wichtigsten Dienstleister. Gute Anbieter sind oft lange im Voraus gebucht.

  • Catering, falls die Location keines vorgibt. Holen Sie mehrere Offerten ein und vergleichen Sie den Leistungsumfang, nicht nur den Preis pro Person.
  • Fotografie und Video: Schauen Sie sich ganze Reportagen an, nicht nur einzelne Lieblingsbilder.
  • Musik: Band oder DJ, eventuell Musik für Trauung und Apéro.
  • Trauzeugen fragen und ihnen sagen, wobei Sie sich Unterstützung wünschen.
  • Save-the-Date verschicken, besonders wenn Gäste von weiter her anreisen.

Sechs bis vier Monate vorher: Outfit und Details

Jetzt wird es persönlicher. Brautkleid, Anzug und Accessoires brauchen Zeit, besonders wenn Änderungen nötig sind. Planen Sie mehrere Anproben ein. In dieser Phase entstehen auch viele Details, die das Fest besonders machen:

  • Einladungen gestalten und drucken lassen
  • Floristik und Dekoration besprechen
  • Ringe aussuchen und gegebenenfalls gravieren lassen
  • Hochzeitstorte probieren und bestellen
  • Unterkünfte für auswärtige Gäste reservieren oder Hotelkontingente anfragen

Wer sich für den grossen Tag auch beim Aussehen etwas vornimmt, etwa eine Hautpflegeroutine, einen neuen Haarschnitt oder eine kosmetische Behandlung, sollte jetzt beginnen. Viele Dinge brauchen mehrere Wochen, bis sie ihre Wirkung zeigen, und nichts sollte zum ersten Mal kurz vor der Hochzeit ausprobiert werden.

Drei bis zwei Monate vorher: Einladungen und Ablauf

  • Einladungen verschicken und eine klare Frist für die Rückmeldung setzen
  • Menü festlegen und Ernährungswünsche der Gäste sammeln
  • Ablauf des Tages grob mit Location, Caterer, Fotografin und Musik abstimmen
  • Probefrisur und Probe-Make-up vereinbaren
  • Gastgeschenke organisieren

Ein Monat bis eine Woche vorher: die Feinplanung

Nun laufen die Fäden zusammen. Erstellen Sie einen detaillierten Ablaufplan mit Uhrzeiten und Ansprechpersonen. Verteilen Sie ihn an alle Beteiligten.

  • Sitzordnung erstellen, sobald alle Rückmeldungen da sind
  • Endgültige Gästezahl an Caterer und Location melden
  • Reden und Programmpunkte mit den Trauzeugen koordinieren
  • Schuhe einlaufen, damit es am Tag keine Blasen gibt
  • Notfallset packen: Pflaster, Nähzeug, Schmerztabletten, Taschentücher, Deo

Die letzten Tage

Die Woche vor der Hochzeit sollte möglichst ruhig sein. Delegieren Sie, was geht. Holen Sie Outfit und Ringe ab, bezahlen Sie Anzahlungen, die noch offen sind, und legen Sie Bargeld für Trinkgelder bereit. Schlafen Sie genug, trinken Sie viel Wasser und gönnen Sie sich bewusst Pausen.

Am Tag vor der Hochzeit hilft ein kurzer Check mit der wichtigsten Ansprechperson: Ist alles geliefert, wissen alle, wann sie wo sein müssen? Dann gilt es, loszulassen.

Typische Stolpersteine

Einige Punkte führen bei vielen Paaren zu unnötigem Stress. Erstens die Gästeliste: Je länger sie offen bleibt, desto schwieriger werden Budget und Sitzordnung. Zweitens fehlende Absprachen zwischen Dienstleistern, etwa wenn die Fotografin nicht weiss, dass die Torte schon um 21 Uhr angeschnitten wird. Drittens das Budget für Kleinigkeiten: Deko, Gastgeschenke, Transport und Trinkgelder summieren sich. Halten Sie alle Ausgaben in einer einfachen Tabelle fest, dann sehen Sie früh, wo Sie nachjustieren müssen.

Fazit

Eine gute Hochzeitsplanung beginnt mit Budget, Gästezahl und Location und endet mit einem klaren Ablaufplan. Wer früh die Formalitäten beim Zivilstandsamt klärt, wichtige Dienstleister rechtzeitig bucht und die letzten Wochen entlastet, kann den Tag selbst wirklich geniessen.