Apéro

Apéro riche planen: Mengen, Ablauf und Checkliste

· von Seraina Gisler

Der Apéro ist eine Schweizer Institution. Ob nach der Trauung, zum runden Geburtstag, zur Vernissage oder zum Jahresabschluss im Geschäft: Ein Glas in der Hand, ein paar Häppchen und gute Gespräche bringen Menschen zusammen. Ein Apéro riche geht einen Schritt weiter. Er ersetzt eine Mahlzeit oder ergänzt sie so grosszügig, dass niemand hungrig nach Hause geht. Damit das gelingt, braucht es etwas Planung.

Apéro oder Apéro riche?

Der Unterschied liegt in Dauer und Menge. Ein klassischer Apéro dauert etwa eine Stunde und dient als Auftakt. Dazu reichen leichte Snacks wie Nüsse, Gebäck, Grissini oder ein paar kleine Canapés. Ein Apéro riche dauert länger, oft zwei bis drei Stunden, und findet zu einer Zeit statt, zu der die Gäste sonst essen würden. Dann braucht es sättigende, auch warme Häppchen und eine süsse Abrundung.

Machen Sie in der Einladung klar, was die Gäste erwartet. Wer «Apéro» liest, isst vorher vielleicht noch etwas. Wer «Apéro riche» oder «Apéro dînatoire» liest, kommt hungrig.

Wie viele Häppchen pro Person?

Feste Regeln gibt es nicht, denn der Hunger hängt von Uhrzeit, Dauer, Wetter und Publikum ab. Als grobe Orientierung arbeiten viele Caterer mit diesen Faustregeln:

  • Kurzer Apéro (bis eine Stunde): einige wenige Stück pro Person, vor allem kalte Häppchen.
  • Apéro riche (zwei bis drei Stunden): deutlich mehr Stück, davon ein Teil warm und gegen Ende etwas Süsses.
  • Abends und mit vielen jungen Gästen: eher grosszügiger planen.

Fragen Sie Ihren Caterer nach seiner Erfahrung. Gute Anbieter rechnen nicht nur nach Stück, sondern auch nach Grösse und Gehalt der Häppchen. Ein Mini-Burger sättigt mehr als ein Gurkenröllchen.

Die richtige Mischung

Ein ausgewogener Apéro riche hat Abwechslung in Geschmack, Temperatur und Konsistenz. Bewährt hat sich eine Mischung aus:

  • kalten Häppchen wie Crostini, Wraps, gefüllten Gemüsen oder kleinen Salaten im Glas,
  • warmen Häppchen wie Quiches, Spiessli, Risotto im Löffel oder Mini-Wähen,
  • regionalen Spezialitäten, in Basel zum Beispiel Käse aus der Region oder kleine Fleischküchlein,
  • süssen Abschlüssen wie Macarons, Mini-Törtchen, Fruchtspiessli oder Basler Läckerli.

Planen Sie mindestens ein Drittel vegetarisch, besser mehr. Kennzeichnen Sie die Häppchen mit kleinen Schildern, damit Gäste mit Allergien wissen, was sie essen können.

Getränke

Zum Apéro gehören Weisswein, Schaumwein oder Prosecco, Bier, Mineralwasser mit und ohne Kohlensäure sowie Säfte. Ein alkoholfreier Signature-Drink, etwa ein Holunderblütensirup mit Minze, ist eine schöne Geste für Schwangere, Kinder, Autofahrerinnen und alle, die keinen Alkohol trinken. Hinweise zum verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol an Anlässen bietet Sucht Schweiz.

Unterschätzen Sie das Wasser nicht. Gerade bei einem Sommerapéro im Freien trinken die Gäste viel mehr, als man denkt. Und rechnen Sie genügend Eis ein, sowohl zum Kühlen der Flaschen als auch für die Gläser.

Personal und Service

Häppchen können auf Platten an einem Buffet stehen oder vom Servicepersonal herumgereicht werden. Das Herumreichen ist eleganter, die Gäste bleiben im Gespräch und das Essen verteilt sich gleichmässiger. Dafür braucht es mehr Personal. Ein gemischtes Modell funktioniert oft am besten: Kalte Häppchen stehen bereit, warme werden serviert.

Klären Sie mit dem Caterer, wie viele Servicekräfte er für Ihre Gästezahl vorsieht und wer für das Abräumen der Gläser zuständig ist. Volle Stehtische mit leeren Gläsern wirken schnell unordentlich.

Infrastruktur nicht vergessen

Gerade bei Anlässen an ungewöhnlichen Orten, etwa in einem Garten, einem Atelier oder auf einer Dachterrasse, braucht es eine gute Vorbereitung:

  • Stehtische mit Hussen, dazu einige Sitzgelegenheiten für ältere Gäste
  • Strom für Wärmeplatten, Kühlgeräte und Musik
  • Wasseranschluss oder genügend Wasser in Kanistern
  • Abfallstationen mit Trennung von Glas, PET und Restmüll
  • Schatten oder Regenschutz bei Anlässen im Freien

Für Anlässe draussen lohnt ein Blick auf die lokale Prognose von MeteoSchweiz in den Tagen davor. Halten Sie trotzdem immer einen Plan B bereit, etwa ein Zelt oder einen Innenraum.

Checkliste für Ihren Apéro riche

  1. Anlass, Datum, Uhrzeit und Dauer festlegen
  2. Gästezahl schätzen und Rückmeldung einholen
  3. Ernährungswünsche und Allergien abfragen
  4. Location und Infrastruktur prüfen
  5. Offerten bei zwei bis drei Caterern einholen
  6. Mischung aus kalten, warmen und süssen Häppchen festlegen
  7. Getränke und Eis planen, inklusive alkoholfreier Alternativen
  8. Personal, Geschirr, Gläser und Stehtische klären
  9. Plan B für schlechtes Wetter organisieren
  10. Ansprechperson für den Caterer am Tag selbst bestimmen

Selbst organisieren oder Caterer buchen?

Bei einem kleinen Apéro mit zwanzig Gästen im eigenen Garten kann man vieles selbst vorbereiten. Ab etwa fünfzig Personen wird es anspruchsvoll: Die Häppchen müssen gleichzeitig frisch sein, warme Speisen brauchen Öfen oder Wärmeplatten, und jemand muss nachschenken und abräumen. Wer als Gastgeberin oder Gastgeber selbst feiern möchte, ist dann mit einem Caterer meist besser bedient. Eine Zwischenlösung ist, die Häppchen bei einem Traiteur zu bestellen und nur für den Service ein bis zwei Personen zu engagieren.

Fazit

Ein Apéro riche ist ideal, wenn Sie ein lockeres, geselliges Fest möchten, bei dem die Gäste sich frei bewegen. Mit einer klaren Kommunikation in der Einladung, einer abwechslungsreichen Auswahl und genug Getränken wird er zum Höhepunkt Ihres Anlasses.