Apéro
Weihnachtsapéro planen: für das Team, die Nachbarschaft oder die Familie
Kaum ist der Herbst richtig angekommen, füllen sich die Agenden schon mit Einladungen für den Dezember. Der Weihnachtsapéro gehört in der Schweiz für viele fest dazu: im Büro als lockerer Jahresabschluss, im Verein, in der Nachbarschaft oder als gemütliches Beisammensein mit Familie und Freunden. Im Vergleich zum klassischen Weihnachtsessen ist ein Apéro unkomplizierter, flexibler und oft auch günstiger. Damit er trotzdem gelingt, lohnt sich eine gute Vorbereitung. Dieser Beitrag zeigt, worauf es ankommt, ob Sie für zwölf oder für achtzig Personen planen.
Den richtigen Termin finden
Die Wochen vor Weihnachten sind begehrt. Wer im Dezember einen Firmenapéro oder ein Fest mit Gästen plant, sollte den Termin möglichst früh festlegen und kommunizieren. Bewährt haben sich:
- Ende November oder die erste Dezemberwoche: Die Gäste haben noch freie Abende, und Lokale, Caterer und Mietmaterial sind besser verfügbar.
- Ein Wochentag statt Freitag: Freitage sind im Dezember oft mehrfach verplant. Ein Dienstag oder Mittwoch nach Feierabend kann deutlich mehr Zusagen bringen.
- Ein klarer Zeitrahmen: «Ab 17.30 bis ca. 20 Uhr» hilft den Gästen bei der Planung und Ihnen bei der Menge an Essen und Getränken.
Verschicken Sie die Einladung etwa vier Wochen vorher und bitten Sie um eine Rückmeldung. Fragen Sie bei dieser Gelegenheit gleich nach Allergien oder Ernährungsweisen, etwa vegetarisch, vegan oder glutenfrei.
Welche Form passt?
Ein Weihnachtsapéro kann ganz unterschiedlich aussehen. Überlegen Sie zuerst, welche Stimmung Sie sich wünschen.
Der kurze Stehapéro eignet sich für das Team nach Feierabend oder für die Nachbarschaft im Treppenhaus. Ein bis zwei Stunden, ein paar Häppchen, ein warmes und ein kaltes Getränk, fertig. Wichtig ist hier vor allem eine gute Atmosphäre.
Der Apéro riche ersetzt das Abendessen. Die Gäste bleiben länger, und das Angebot muss deutlich grösser sein. Wie viele Häppchen pro Person Sie rechnen sollten und wie sich die Mischung zusammensetzt, steht ausführlich im Beitrag zum Apéro riche.
Der Apéro im Freien ist in der Schweiz besonders stimmungsvoll: ein Feuer in der Schale, Glühwein und Punsch, dazu Marroni oder warme Suppe im Becher. Diese Variante braucht etwas mehr Planung, ist aber für viele Gäste das Highlight des Jahres.
Winterliche Häppchen
Im Dezember dürfen die Häppchen ruhig etwas herzhafter und wärmender sein als im Sommer. Einige Ideen, die sich gut vorbereiten lassen:
- Kleine Käsewürfel mit Feigensenf oder Birnenbrot
- Blätterteigschnecken mit Spinat und Feta
- Mini-Quiches mit Lauch und Speck oder vegetarisch mit Kürbis
- Suppe im Glas, etwa Kürbis- oder Maronisuppe
- Crostini mit Ziegenfrischkäse, Honig und Baumnüssen
- Raclette-Häppchen auf Kartoffelscheiben
- Zum Abschluss Grittibänz-Stücke, Mailänderli und Mandarinen
Achten Sie darauf, dass alles mit einer Hand gegessen werden kann. Beim Stehapéro hält man in der anderen meist ein Glas. Kennzeichnen Sie vegetarische und vegane Häppchen mit kleinen Schildern, das erspart Fragen und sieht gleichzeitig hübsch aus.
Warme und kalte Getränke
Ein Weihnachtsapéro lebt von warmen Getränken. Glühwein ist der Klassiker, er sollte aber nur erhitzt und nie gekocht werden, damit er nicht bitter wird. Ebenso wichtig ist eine alkoholfreie Alternative, die nicht nach Notlösung schmeckt: ein Punsch aus Apfelsaft, Orangensaft und Gewürzen, ein heisser Holunder oder ein Gewürztee.
Daneben gehören ein Schaumwein oder ein Weisswein, Mineralwasser und Süssgetränke auf den Tisch. Rechnen Sie bei einem zweistündigen Apéro mit etwa zwei bis drei Getränken pro Person und planen Sie etwas Reserve ein. Wer viele Gäste erwartet, mietet am besten einen Glühweintopf mit Thermostat, so bleibt die Temperatur gleichmässig.
Hygiene und Lagerung nicht vergessen
Gerade wenn Sie selbst vorbereiten, ist der Umgang mit Lebensmitteln wichtig. Kalte Häppchen mit Fleisch, Fisch, Eiern oder Milchprodukten sollten bis kurz vor dem Servieren im Kühlschrank bleiben und nicht stundenlang bei Raumtemperatur stehen. Füllen Sie Platten lieber in kleineren Portionen nach, statt alles auf einmal aufzutischen. Grundlegende Informationen zum sicheren Umgang mit Lebensmitteln stellt das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV zur Verfügung.
Deko und Stimmung
Für einen stimmungsvollen Weihnachtsapéro braucht es keine aufwendige Dekoration. Einige gezielte Akzente genügen:
- Warmes Licht: Lichterketten, Kerzen in Gläsern oder LED-Kerzen, wo offenes Feuer nicht erlaubt ist
- Natürliche Materialien: Tannenzweige, Zapfen, getrocknete Orangenscheiben und Zimtstangen
- Stoffservietten oder hochwertige Papierservietten in Rot, Grün oder Gold
- Leise Musik im Hintergrund, die Gespräche nicht übertönt
Im Büro lohnt es sich, die Arbeitsplätze etwas abzugrenzen, damit der Apéro nicht zwischen Bildschirmen und Aktenordnern stattfindet. Ein Sitzungszimmer oder die Cafeteria mit wenigen Stehtischen wirkt sofort festlicher.
Kleine Gesten mit grosser Wirkung
Ein kurzer Rückblick auf das Jahr, ein paar Worte des Dankes an das Team oder an die Nachbarn, das reicht oft schon, um aus einem Apéro einen besonderen Moment zu machen. Halten Sie die Ansprache kurz und persönlich. Wer mag, verteilt zum Abschied eine kleine Aufmerksamkeit, etwa selbst gebackene Guetzli in einem Säckchen. Ideen für persönliche Geschenke an Familie, Freunde und Mitarbeitende finden Sie in unserem Beitrag zu persönlichen Weihnachtsgeschenken.
Selbst organisieren oder Caterer buchen?
Bis etwa zwanzig Personen lässt sich ein Weihnachtsapéro gut selbst vorbereiten, vorausgesetzt, Sie verteilen die Aufgaben. Ab dreissig Gästen oder bei einem Apéro riche lohnt sich häufig ein Caterer, der Häppchen, Getränke, Geschirr und eventuell Servicepersonal liefert. Fragen Sie früh an, denn im Dezember sind viele Anbieter ausgebucht. Holen Sie mehrere Offerten ein und klären Sie, was inbegriffen ist: Lieferung, Aufbau, Abwasch und Abholung.
Checkliste
- Termin festlegen und vier Wochen vorher einladen
- Anzahl Gäste und Ernährungsweisen erfragen
- Form wählen: Stehapéro, Apéro riche oder draussen
- Häppchen und Getränke planen, alkoholfreie Variante nicht vergessen
- Geschirr, Gläser, Stehtische und Glühweintopf organisieren
- Kühlung für die Vorbereitung sicherstellen
- Deko und Licht bereitlegen
- Kurze Ansprache vorbereiten
Fazit
Ein Weihnachtsapéro muss weder kompliziert noch teuer sein. Mit einem frühen Termin, winterlichen Häppchen, warmen Getränken und etwas Licht schaffen Sie eine Atmosphäre, in der sich Gäste wohlfühlen. Am wichtigsten ist ohnehin, dass Sie als Gastgeberin oder Gastgeber selbst Zeit für Gespräche haben. Planen Sie deshalb so, dass am Abend selbst möglichst wenig zu tun bleibt.